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Erfahrungsberichte

Was ExistenzgründerInnen sagen

MEHRWERTSTATT

Mehrwertstatt – Erfolgreich Werte schaffen

Bernd Geisel hat sich mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung am Landratsamt selbstständig gemacht. Kleine und mittelständische Betriebe können von seinem Know How profitieren.

Bernd Geisel ist seit Juni2017 mit seiner »Mehrwertstatt – Erfolgreich Werte schaffen« auf dem Markt aktiv. Der Existenzgründer hat sich mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung am Landratsamt Haßberge mit seiner Dienstleistung in Haßfurt selbständig gemacht – wie auch seine Frau Melanie Geisel-Trummer, die seit etwa dreieinhalb Jahren das Main-Reisebüro in der Haßfurter Innenstadt betreibt.

Mehrwert auch mit Hilfe des Landkreises

Viele Jahre lang war Bernd Geisel als Führungskraft in mehreren regionalen Automobil-Zuliefer-Firmen im In- und Ausland tätig. Während dieser Zeit hat er sich ein umfangreiches Know how zu Lean Management, kontinuierlicher Verbesserung und Prozessoptimierung in Produktion, Administration und Servicebereichen erworben. Für den Existenzgründer bedeutet Lean-Management so viel wie: „Werte ohne Verschwendung schaffen, um damit die Produktivität zu erhöhen, die Qualität zu verbessern und die Motivation zu steigern.“ Was sich im ersten Moment etwas theoretisch anhört, ist bei vielen Unternehmen gängige Praxis.

 

Bernd Geisel wendet seine methodische Kompetenz zielgerichtet auf die spezifischen Probleme und Herausforderungen von Führungskräften in kleinen und mittelständischen Unternehmen an. Meistens geht es bei den von ihm geleiteten Verbesserungsprojekten um das Erreichen von Zielen und um die Verbesserung von Ergebnissen. „Ganz gleich ob Handel, Handwerk oder Dienstleistung – Lean-Management steckt bei klein- und mittelständischen Unternehmen oft noch in den Kinderschuhen“, so Geisel`s Erfahrung. „Hier gibt es Handlungsbedarf.“

 

Welcher Selbständige oder welche Führungskraft hat sich nicht schon gewünscht, dass seine Abläufe reibungsloser und schneller funktionieren, dass seine Mitarbeiter selbständiger und noch stärker im Sinne des Unternehmens agieren? Selbst bei den Themen Kundenzufriedenheit und Zukunftssicherung können Lean Methoden helfen. Große Beratungsfirmen sind aber meist zu teuer und haben kleinere Unternehmen erst gar nicht im Fokus. Das will Bernd Geisel ändern. Mit seiner „Mehrwertstatt“ will er sein Know How vor allem bei klein- und mittelständischen Unternehmen einbringen. Aber auch größeren Unternehmen, die vor der Herausforderung von "Digitalisierung", "Industrie 4.0" und ähnlichen Themen stehen, empfiehlt er, sich besonders um die drei Handlungsfelder Führung, Prozesse und Mit-Arbeiter zu kümmern.

 

Sowohl Wirtschaftsförderer Michael Brehm als auch Bernd Geisel selbst sehen einen großen Vorteil in der räumlichen Nähe zum Kunden. „Große Beratungsfirmen kommen aus Hamburg, Berlin oder München und blockieren damit den ganzen Tag die Arbeit im Betrieb. Weil eben das Angebot aus dem Landkreis kommt, können die Unternehmen den zeitlichen Aufwand für Verbesserungsprojekte auf wenige Stunden über mehrere Tage verteilen". Zudem wird eine kontinuierliche Begleitung des Unternehmens bis zum erfolgreichen Abschluss gewährleistet.

 

Auf dem Weg in die Selbständigkeit wurde Bernd Geisel vom Wirtschaftsförderer des Landkreises, Michael Brehm, unterstützt. Für den Besuch des Gründerseminars erhielt Geisel einen Zuschuss und anschließend eine maßgeschneiderte Gründungsberatung. Diese geförderten Leistungen empfiehlt der Startup allen Gründern, um zum einen das Basiswissen für kaufmännische Unternehmensführung und zum anderen Ideen für den Aufbau und die Erweitern des beruflichen Netzwerkes zu erhalten. Im Zuge der Beratung wurde der Businessplan ausgearbeitet und die Umsetzung der Ideen vorangetrieben. Die Gründung verlief reibungslos.

Zeiler EssZimmer

Die 26-jährige Zeilerin Daniela Berchtold eröffnete im Mai 2015 das EssZimmer und verwirklichte damit nach ihrer Ausbildung zur Hotelfachfrau mit Zusatzqualifikation im Hotelmanagement und ihrem BWL Studium ihren Traum des eigenen Gasthofes. Der Zukunftscoach sprach mit ihr über den Weg in die Selbstständigkeit und ihr Leben als Jungunternehmerin im Landkreis Haßberge. 

Sie haben 2014 die Traditionsgaststätte „Zur Eisenbahn“ in Zeil gekauft und das EssZimmer gegründet. Was ist Ihr Konzept? Was ist das EssZimmer?
Wir sind ein fränkischer Gasthof mit 5 Gästezimmern für Radfahrer, Touristen und Geschäftskunden. Ein regionales und saisonales Speiseangebot ist uns sehr wichtig. Produkte beziehen wir hauptsächlich von hiesigen Lieferanten. Hinter dem EssZimmer steht ein junges dynamisches Team, das derzeit aus 4 Köchen, 3 Servicekräften, 2 Aushilfen als Putzkräfte und 2 Praktikantinnen der Hauswirtschaftsschule in Haßfurt besteht.

Wie und wann kam Ihnen die Idee sich selbstständig zu machen?
Bereits mit 15, also noch vor meiner Ausbildung, träumte ich von einer kleinen Pension allerdings ohne viel Gastronomie. Das Gebäude des jetzigen EssZimmers liegt in der Nachbarschaft zu meinem Elternhaus. Mein Vater machte mich dann darauf aufmerksam, dass die „Eisenbahn“ verpachtet werden soll. Die Pacht war für  mich allerdings keine Option, da ich mich als Pächterin in der bestehenden Gaststätte zu wenig selbstverwirklichen konnte. Als das Gebäude dann zum Verkauf angeboten wurde, dachte ich einige Monate über einen Kauf nach, sprach mit meiner Familie und meinem Freund darüber. Im Juli 2014 habe ich den Kaufvertrag unterzeichnet und machte mich an die Umsetzung, erstellte einen Businessplan und bewarb mich um Fördermittel für junge Unternehmer.

Gab es Hindernisse auf dem Weg zur Selbstständigkeit?
Ja, es lief nicht immer alles 100 % reibungslos. Im Nachhinein kann ich aber sagen, dass alles sehr gut voranging und es keine allzu großen Hindernisse gab. Zeitaufwändig und problematisch waren zum Beispiel bürokratische Hürden beim Umbau. Die große Unterstützung meiner Familie und Freunde half mir auch sehr. 

Was genießen Sie an der Selbstständigkeit?
Das ist nach einem knappen Jahr noch schwer zu sagen. Selbständig sein ist anspruchsvoller als gedacht und ich verbringe schon viel Zeit mit und in der Firma. Mich selbst zu verwirklichen und meine eigenen Entscheidungen treffen zu können, gefällt mir aber sehr. Meine Motivation ist auch sehr groß, weil ich an meinem eigenen Projekt arbeite. Das Team steht fest hinter mir. Aber natürlich gibt es nach so einer kurzen Zeit noch viel Druck und viele Sorgen.

Was würden Sie jungen Frauen und Männern raten, die überlegen sich selbstständig zu machen?
Sich das gut zu überlegen. Wenn man beruflich etwas erreichen will –selbstständig oder nicht- braucht es ein hohes Maß an Engagement. Selbständig sein bedeutet auch über die normalen Arbeitszeiten von 8 – 16 Uhr hinaus zu arbeiten. Die viele Zeit muss man bereit sein zu investieren. Aber mit einem guten Konzept, hinter dem man selber steht, lohnt es sich auf jeden Fall. 

Warum haben Sie sich entschieden nach Zeil zurückzukehren?
Weil ich hier daheim bin. Meine Ausbildung in Ulm hat mir auch gut gefallen, die Stadt ist schön und ich habe mich immer wohlgefühlt. Hier mag ich es aber einfach, viele Menschen zu kennen und täglich Bekannte zu treffen. Und natürlich leben meine Familie und Freunde auch hier. 

Welche Vorteile bietet aus Ihrer Sicht der Landkreis Haßberge für Existenzgründer?
Ich kann natürlich nur von meinen eigenen Vorteilen berichten. Dazu gehört auf jeden Fall die große Hilfsbereitschaft aller beteiligten Behörden der Stadt Zeil und des Landratsamts in Haßfurt. Die Baubehörde, Lebensmittelüberwachung, Wirtschaftsförderung, Tourismus oder Arbeitsamt -  alle waren immer sehr zuvorkommend, nett und haben mich z.B. auch bei dringenden Genehmigungen gut unterstützt. Außerdem weiß ich nicht, ob mein Konzept woanders, z.B. in Bamberg oder Würzburg, überhaupt funktionieren würde. Hier im Landkreis werde ich als Einheimische, die etwas Neues macht, super unterstützt. Neid oder Missgunst bekam ich bisher auch nicht zu spüren. 

Was zeichnet für Sie das Leben und Arbeiten in den Haßbergen aus?
Der familiäre Umgang miteinander und die Vielseitigkeit unseres Landkreises. Der Radtourismus ist in den letzten Jahren sehr groß geworden. Trotz der ländlichen Lage haben wir eine gute Infrastruktur. Außerdem hat der Landkreis als Genuss Region viel zu bieten. Es gibt gute Weine und gutes Bier.

Was sind Ihre persönlichen Ziele fürs EssZimmer?
Ganz viele zufriedene Gäste und, dass die Arbeit im Team weiterhin so gut funktioniert. Dass es immer weitergeht und wir uns täglich verbessern.


Wir wünschen Daniela Berchtold und ihrem Team weiterhin viel Erfolg und alles Gute!

Ein freundlicher Wirt - das beste Gericht
Martin Luther

Tragbar by Sonja

Im Herbst 2010 nahm Sonja Repp erstmals mit dem Wirtschaftsförderungsreferat des Landratsamtes Kontakt auf. Bereits ein halbes Jahr später war "Spatenstich" - Frau Repp setzte ihre Vision, ihre Idee von einem eigenen Schuhfachgeschäft in die Tat um und eröffnete noch im August 2011 ihren eigenen Laden in Ebelsbach. Im Rahmen der Existenzgründerinitiative pep nutzte Frau Repp die Möglichkeit, sich kostenlos beraten zu lassen, informierte sich über Finanzierungsmöglichkeiten, aber auch über die verschiedenen Unternehmerpflichten, rechtlichen Hürden, knüpfte bei den pep-Voträgen Kontakte zu anderen Unternehmen u.v.m. Das Landratsamt wünschte der Jungunternehmerin alles Gute und viel Erfolg, damit das Geschäft nicht nur auf modisch gekleideten Füßen, sondern dauerhaft auf soliden Beinen stehen wird.

Bis heute hat Frau Repp nicht nur das Warenangebot vergrößert, sondern auch ihre Vertriebsstruktur erweitert. Mit ihrem Amazon-Shop hat sie sich einen neuen, weltweiten Kundenkreis erschlossen.

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