Bisher konnten Betriebe aus dem Landkreis in ihrem Brancheneintrag bzw. Jobportal alle Arbeitsplätze, Ausbildungs- und Ferienjobangebote, Praktikas und duale Studienangebote einstellen, die dann auf verschiedenen Internet-Plattformen online gestellt werden. Doch es gibt auch Stellen, die nicht sofort in einen Ausbildungsvertrag oder in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis münden. Oft handelt es sich dabei um Tätigkeiten, die nur gelegentlich anfallen oder von einfacherer Art sind. Diese Tätigkeiten können dennoch recht vielfältig sein: von der Rasenpflege des Betriebshofs, die Überführung oder Zulassung von Kraftfahrzeugen bis zur Begleitperson im Linienbus und vieles mehr. Tätigkeiten also, die erfahrungsgemäß von einer Gruppe übernommen wird, die ihren beruflichen Karriereweg eigentlich schon hinter sich gebracht hat - den Rentnern.
Sie leisten auch nach ihrem Arbeitsleben weiterhin wertvolle Dienste. Ihre Zuverlässigkeit, ihre Flexibilität, ihr Können und Wissen sind weiterhin gefragt. Wenn auch nicht mehr in dem Umfang, wie in ihrem früheren Berufsleben. Das Bildungsnetzwerk der Bayerischen Wirtschaft e.V. hat dies erkannt und ein Internetportal (www.talenteinrente.bayern) mit finanzieller Unterstützung des Bayer. Wirtschaftsministeriums für ebendiese Zielgruppe erstellt (die Umsetzung übernahm übrigens ein Dienstleister aus dem Landkreis Haßberge). Allerdings beschränkt sich dieses Internetangebot nur auf Unternehmen, die sich mit Ruheständlern personell verstärken wollen. D.h. sonstige Stellenangebote werden dort nicht beworben. Zudem wird eine vorherige Registrierung des Bewerbers empfohlen, um Bewerbungsschreiben, Lebenslauf etc. für die Unternehmen verfügbar zu machen.
Den Grundgedanken, die Lücke an Fach- und Arbeitskräften mit Ruheständlern zu kompensieren, findet Wirtschaftsförderer Michael Brehm richtig und wichtig. Deshalb hat er in Anlehnung an das BBW-Portal auch das „Job-Portal“ des Landkreises nun dahingehend erweitert, dass die Unternehmen auch Stellenangebote für eben diese „Talente in Rente“ kostenlos als (weitere) Stellenanzeige mit aufnehmen und bewerben können. Den Vorteil sieht Brehm darin, dass die Betriebe nicht noch ein weiteres Portal pflegen müssen und das Jobportal sich ohnehin auf die Angebote im Landkreis beschränkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Rentner aus Würzburg einen Job im nördlichen Landkreis sucht, hält er zwar für möglich, aber doch für sehr unwahrscheinlich.
Das heißt die Jobangebote des Landkreises richten sich an Unternehmen und Jobsuchende quasi „aus der Nachbarschaft“. Allen jobinteressierten Rentnern empfiehlt Michael Brehm künftig öfters mal einen Blick in das Wirtschaftsportal (www.wirtschaftsraum-hassberge.de) oder die Jobportale (http://jobs.wiport.de/ und https://jobentdecker.hassberge.de/) des Landkreises zu werfen.