Äußerst bedauerlich ist auch die Tatsache, dass vor dieser Entscheidung keine Kommunikation mit den Verantwortlichen vor Ort im Unternehmen sowie den regionalen Entscheidungsträgern stattfand, um gemeinsam nach Lösungen zur Verbesserung der Situation zu suchen.
Die wirtschaftliche Entwicklung vor allem in der Automobilindustrie führt auch im Landkreis Haßberge zu schweren Einschnitten, die unsere Region weiter schwächt. Der Valeo-Konzern hat mit einer überraschenden Mitteilung den Abbau von ca. 100 Stellen im Bereich der Forschung und Entwicklung in Ebern angekündigt. Weitere 27 Stellen sollen nach Erlangen verlagert werden Auch wenn der Zeithorizont noch nicht festgelegt ist, so ist nach den bisherigen Erfahrungen mit einer zügigen Umsetzung zu rechnen.
Der Abbau erfolgt im Herzstück des Standortes Ebern im Bereich von Forschung und Entwicklung und bedeutet faktisch deren Schließung.
Betroffen sind hoch qualifizierte Arbeitskräfte, die in der Vergangenheit den Standort mit der Entwicklung von äußerst interessanten Innovationen getragen haben. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf die gesamte Region und vor allem auf unseren nördlichen Landkreis. Die wenigen Produktionsstandorte werden geschlossen, wie vor zwei Jahren Schaeffler in Eltmann oder der Stellenabbau wird vorangetrieben, wie der Standort von Valeo in Ebern zeigt. Besonders betroffen ist der nördliche Landkreis, der als ehemaliges Zonenrandgebiet infrastrukturell stark benachteiligt ist. Es fehlt an einem direkten Anschluss an das Autobahnnetz, und der Ausbau der Strominfrastruktur wurde lange vernachlässigt – Faktoren, die die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich erschweren. Hinzu kommen Altlasten aus der Vergangenheit: Die Schließung des Bundeswehrstandorts Ebern erfolgte ohne jegliche Unterstützung durch den Bund – ein schwerer Einschnitt, dessen Folgen bis heute spürbar sind. Zwar ist der Neubau der Landesbaudirektion im Rahmen der Behördenverlagerung ein positives Signal, doch kann dies die tiefgreifenden negativen Auswirkungen nicht allen ausgleichen.
„Bereits bei den ersten Entscheidungen zum Stellenabbau habe ich sofort Gespräche mit dem Betriebsrat, der IG Metall in Bamberg und dem Bürgermeister gesucht. Diese Gespräche werden aufgrund der Entwicklung fortgeführt,“ betont Landrat Schneider. Gleiches gilt für die Kontakte zur Staatsregierung. „Es geht um unsere Region, unsere Menschen – ihre Lebensgrundlage und ihre Chancen!!“